Ich frage mich, was hätte ich wohl in dieser Zeit gemacht,
wenn ich nicht abends dialysieren würde?
"Wie schaffst Du das" wurde ich neulich gefragt, Du machst
Dialyse und gehst noch arbeiten !"
Ebenfalls braucht man die optimale medizinische Betreuung
der Ärzte und des Pflegepersonals.
Meine Lebensphilosophie ist: " Du bist zwar behindert und
hast einpaar Einschränkungen in deinem Leben, aber du bist
nicht krank!
Ich bedanke mich vor allem bei meiner Frau, die 20 Jahre mit
mir durch dick und dünn geht, bei meinen Eltern und Schwiegereltern, bei meinen Freunden, bei den Ärzten und Schwestern und allen, die mir mit Rat und Tat beiseide stehen und
das Beste für mich wollen.
Vielen Dank!
Ich bin nun 25 Jahre an der Hämodialyse. Gestern Abend habe
ich mir einmal die Mühe gemacht und ausgerechnet, wieviel
Stunden am Stück, ich an der Maschine verbracht habe:
Das sind 23400 Stunden oder 975 Tage und Nächte oder etwas mehr
als 2 1/2 Jahre ununterbrochen Dialyse.
Nun, ich hätte wahrscheinlich 2 1/2 Jahre meines Lebens verschlafen !
Also, so gesehen, ist die Dialyse auch etwas positives in
meinem Leben.
Nun, es ist natürlich nicht immer leicht. Aber zum Glück
vergisst man schneller die Zeit, die nicht so toll war, als
die schönen Augenblicke im Leben.
Und man braucht den Partner, der dich versteht, der deine
Behinderung akzeptiert und dem du nicht leid tust.
Der dich nicht als Kranker sieht und mit dem du auch schwere
Stunden teilst; der dir Hoffnung gibt, deine Ängste mit ihm
teilen kannst und zu dem du Vertrauen haben kannst.
Man braucht ebenfalls Freunde, die dich mit deiner Behinde-
rung akzeptieren und dich nicht bemitleiden. Daraus schöpfe
ich die Kraft und der Wille das machen zu können, was ein
Gesunder Mensch auch kann.
Lebe jeden Tag das Leben mit deinem Partner, den Freunden
und den Menschen, die dir nahe stehen und verschließe dich
nicht vor Schwierigkeiten, die das Leben für jeden von uns -
ob krank oder gesund - mit sich bringt.
Jede Situation, die man meistert, macht das Leben interessanter
und lebenswerter und gibt einem die Kraft, die nächste Prüfung
zu bestehen.
Man muss für die nahe Zukunft Ziele stecken, sei es ein be-
vorstehender Urlaub, eine Anschaffung, eine Feier (denn
Feste soll man feiern wie sie fallen) oder einen Besuch bei
Freunden.
Man darf sich nicht in die eigenen 4 Wände einschließen, sondern
sich Anrrangieren und sich Ablenken durch Beruf, Hobbies oder wie
hier, einige von meinen Kollegen in der IG Mainz, durch die
Vereinsarbeit.